Geschichte der Zementfabrik Hemmoor
1859 Bei Bohrversuchen der Königlichen-Hannoverschen Regierung nach Braunkohle werden große Kreidevorkommen entdeckt. In 41 m Tiefe befinden sich allerdings starke Schichten von Feuersteinen.
1862 Die Stader Kaufleute J.H. Hagenah und A. Schultz erwerben ca. 16 ha brachliegendes Land und errichten eine Kalkbrennerei und eine Ziegelei.
1866 Hagenah baut auf dem Gelände eine kleine Zementfabrik. Fertigstellung der heutigen Bundesstraße 73 (Hamburg-Cuxhaven) entlang des Werkes.
1877 23 deutsche Zementwerke gründen den "Verein Deutscher Cement Fabriken". Man will einheitliche Normen schaffen und "Portland Cement" herstellen. Auch Hemmoor gehört zu den Gründungsmitgliedern.
1881 Einweihung der Eisenbahntrasse Stade - Cuxhaven
1882 Übernahme des Werkes von der neu gegründeten "Portland Cementfabrik Hemmoor Aktiengesellschaft"
1884 Es wird eine Brücke über die Eisenbahnstrecke Stade - Cuxhaven gebaut. Jetzt können Pferde die Loren auf Schienen zum Hafen an der Oste ziehen. Einführung des Hochofenzements. Die Jahresproduktion beträgt 250.000 Faß.
1885 Ankauf von Ländereien um der Konkurrenz die Möglichkeit zu nehmen vergleichbare Betriebe zu errichten. Ausbau des Werkes und des Hafens.Der Versand wird von Fässern auf Jutesäcke umgestellt. Die Jahresproduktion beträgt 300.000 Faß.
1895 Der Zementbedarf der Kundschaft kann nicht mehr gedeckt werden und es werden 9884 Faß Zement zugekauft. Außerdem werden 2 Lokomotiven gekauft, die die Pferdeloren zum Hafen ablösen.
1896 Die Fabrik bekommt elektrischen Strom und somit auch Licht. Mit dem Kauf eines Leichters beginnt der Aufbau einer eigenen Schiffsflotte.
1897 10% höhere Produktion und 23% höherer Absatz. Durch den Bruch eines Pleuels einer 350 PS Dampfmaschine läuft die Produktion 3 Monate nicht gut. Außerdem vernichtet ein Feuer Teile der Anlagen, so daß 20625 Faß Zement zugekauft werden müssen. Zwei Pumpstationen werden in die Grube gebaut.
1898 Wieder ein Großfeuer. Die Produktion kann trotzdem um 111840 Faß erhöht werden. Im Hafen wird eine automatische Entladeeinrichtung für Loren gebaut.
1899 Der erste Drehofen Deutschlands wird im Werk Hemmoor aufgebaut.
1901 Obwohl die Produktion zurück geht, werden neue Arbeitskräfte eingestellt. Es werden hauptsächlich Polen, Tschechen und Rumänen nach Hemmoor geholt.
1902 In 24 Stunden müssen ca. 3000 Loren a. 0,5 Kubikmeter beladen und auf 6 schiefen Ebenen zur Fabrik befördert werden. Diese Arbeit erfolgt per Hand. Der Stundenlohn beträgt 23 Pfennig, Arbeitszeit 12 Stunden ( Ein Korn kostet 5 Pfennig ).
1905 Die Fabrik hat ca. 2000 Beschäftigte, trotzdem herrscht Arbeiternot und die Betriebsanlagen können nicht voll ausgenutzt werden.
1907 Eine zweite Drehofenanlage, ein weiteres Schiff, eine Seilbahn zur Kreidegrube und neue Transporteinrichtungen werden angeschafft. Danach werden 300 Beschäftigte entlassen.
1909 Die Kreidegewinnung durch Hand wird durch den Einsatz von elektrischen Eimerketten-Baggern ersetzt.


1910 Die Produktion erreicht 1002666 Faß.
1911 Die Produktion steigt um weitere 5 %. Einweihung einer neuen 3000 kw Generatoranlage.
1915 Durch den Krieg erreicht der Zementabsatz nicht einmal ein Drittel des Vorjahres.
1917 Dem Werk kann nicht mehr ausreichend Kohle zur Verfügung gestellt werden.
1919 Das schlechteste Jahr seit Bestehen des Werkes. Es kann nur noch 8 % der Produktionskapazität verkauft werden. Der 8 Stunden Tag wird eingeführt.
1920 Es wird eine Pensionskasse gegründet.
1922 Streik der Beschäftigten von 2 Monaten. Die Haustarifverträge sollen durch Reichsarbeitsverträge ersetzt werden. Der Streik bringt jedoch keinen Erfolg.
1925 Die Produktion wird wieder auf 70 % gesteigert.
1928 Die Löhne werden um 13 % erhöht.
1929 Nochmalige Lohnerhöhung von 13 %.
1930 Aufgrund der sehr schlechten wirtschaftlichen Lage kommt der Absatz fast zum erliegen. Die Fabrik wird im Dezember geschlossen und die Belegschaft entlassen.
1931 Nach Aufnahme des Betriebes erreicht die Produktion 30 %.
1933 Die Produktion wird weiter erhöht.
1937 Die Fabrik besitzt mittlerweile 59 Wohnhäuser für Angestellte und Arbeiter, sowie ein eigenes Freibad. Die Fabrik besitzt 276 Hektar Land.
1940 Der Absatz von Zement kann als gut bezeichnet werden. Da viele zum Kriegsdienst einberufen werden, müssen die verbliebenen Arbeiter Mehrarbeit verrichten.
1941 Die Fabrikflotte erhält ihr achtzehntes Schiff.

1942 Auf die Fabrik fallen Bomben, ohne jedoch großen Schaden anzurichten. Es werden zwangsweise Mädchen aus der Ukraine sowie französische Kriegsgefangene im Werk beschäftigt. Von Januar bis April ruht der Betrieb wegen Kohlemangel.
1945 Die Front nähert sich bis Hechthausen und das Werk hat bisher kaum Beschädigungen. Wegen der schlechten Kohleversorgung wird der Betrieb allerdings eingestellt. Die englische Militärregierung erlaubt anschließend die Wiederaufnahme des Betriebes nicht mehr. Fast die gesamte Belegschaft wird entlassen, der Rest baut Fässer für Lebensmittel, Torfspaten und Öfen.
1946 Die "Reparationskommision" beschließt den Abbau von 28 Zementfabriken in Deutschland. Das Werk Hemmoor bleibt bestehen.
1947 Ende April wird die Zementherstellung im beschränkten Umfang wieder aufgenommen. Bis zu dieser Zeit waren 150 Mitarbeiter zur Torfgewinnung eingesetzt. Ende Juli lief die Produktion wieder auf
28 %.
1948 Die Fabrik läuft nur zeitweilig wegen Kohlemangel. Der Strom wird jetzt vom Überlandwerk bezogen. Die Schiffsflotte wird aufgelöst, da die LKW-Abholung mittlerweile 74 % beträgt.
1950 Der Export steigt stark an und die Produktion läuft wieder normal.
1952 Zur Produktion werden 2/3 englische Kohle zugekauft. Kohleverbrauch pro Tag: 300 t Stromverbrauch: 60000 kWh
1954 Ein großer Abraum-Kettenbagger wird angeschafft.
1958 Zum Kreideabbau wird schweres Abbau- und Transportgerät beschafft.

1961 Die Werkskapazität ist voll ausgelastet. Die zum Weltunternehmen "Portland Cementfabrik Hemmoor" gehörenden Werke im Ausland werden verkauft. Ein neues Verwaltungsgebäude (HGF Haus) wird gebaut.
1965 Die Deutsche Bank AG besitzt mehr als ¼ der Aktien der "Portland Hemmoor".
1967 Die Deutsche Bank AG verkauft ihre Anteile an die Alsen´sche Portland Cement Fabrik KG in Hamburg. Diese besitzt jetzt aufgrund des Aktienkaufes die Aktienmehrheit vom "Portland Hemmoor".
1969 Weitere 25 % der Aktien sind im Besitz der Schweizer Cement Industrie Gesellschaft.
1971 "Hemmoor" verliert seine Selbstständigkeit und ist Weisungen der "Alsen" unterworfen. Es wird ein "Gewinnabführungsvertrag" geschlossen. Der bisher größte Absatz von 779 000 t wird erreicht.
1974 Der Anstieg der Heizölpreise ( Oelkrise ) und der Lohnkosten verschlechtert den Gewinn erheblich.
1975 Wegen des schlechten Absatzes werden zwei Drehöfen stillgelegt. In Hemmoor ist die Klinkerproduktion nur im Naßverfahren möglich und gegenüber einem Trockenverfahren (Lägerdorf) unwirtschaftlich. Die Klinkerproduktion wird deshalb eingestellt.
1976 Hemmoor bezieht die Klinker zur Zementherstellung von der Alsen-Breitenburg in Lägerdorf (Schleswig-Hollstein ). Diese werden per LKW über die Elbfähre herangefahren. Aus der Kreidekuhle wird nicht mehr abgebaut. Personal wird entlassen. Die Pumpen werden abgestellt und die Grube läuft langsam voll.
1977 Der letzte Drehofen wird abgeschaltet. Hemmoor ist nur noch Mahlwerk für Klinker aus Lägerdorf.
1980 Es wird viel Gerät, sowie Grundbesitz verkauft. Einige Betriebseinrichtungen finden schnell Käufer. Es wird mit kleineren Abbrucharbeiten begonnen.
1981 Der andauernde Verlust an Produktions- und Absetzmengen, in Verbindung mit den hohen Transportkosten der Klinker, führt zu einer unrentablen Fertigungsart. Die Produktion und der Versand in Hemmoor werden schrittweise stillgelegt.
1982 Der Verkauf weiterer Betriebseinrichtungen geht schnell voran. Auch Häuser und Grundstücke werden verkauft. Der Gewinn geht genau wie der Jahresabschlußgewinn an die Alsen Breitenburg. Seit 1972 wurden über 30 Millionen DM an Gewinne abgeführt.
1983 Das Werk wird am 31 Dezember stillgelegt.
1985 Im Mai wird mit den Abbrucharbeiten begonnen.
1986 Im Mai ist die Fabrik komplett abgerissen und zur Uferfestigung an der B 73 in den Kreidesee verfüllt.
Seekarte
Tauchobjekte im Kreidesee Hemmoor
Straße
Die Pflasterstraße führt direkt zum Rüttler, bis in 32 m Tiefe und geht dann als Sandweg bis zur tiefsten Stelle des Sees. Die Straße erkennt man noch sehr gut am Bordstein. Die Pflastersteine sind mittlerweile mit einer dünnen Sedimentschicht bedeckt, ausgenommen im Flachbereich bis ca. 5 m Wassertiefe. An zwei Stellen ist der Bordstein von damaligen Erdrutschen verdeckt, man braucht jedoch nur gerade aus zu tauchen und stößt dann wieder auf den Bordstein, da die Straße bis zum Rüttler gerade verläuft. In dem Bereich zwischen der Straße und dem Ufer stehen viele kleine Bäume, die leider immer mehr Äste durch unvorsichtige Flossenschläge verloren haben. Nach der Fischlaichzeit halten sich hier immer gerne Schwärme von tausenden kleinen Barschen auf. Auf der anderen Seite der Straße stößt man auf alte Förderbändergestelle sowie auf kleine Schächte in denen Absperrventile für Wasserleitungen sind. Die Schächte sind verschlammt, so daß die Ventile nur noch zu ertasten sind. Stellenweise liegen auf der Straße alte leere Ölfässer und ein großes Blechrohr, das man durchtauchen kann. In einem Abstand von ca. 3 - 10 m verläuft parallel zur Straße ein Steilhang, der zwischen 45 bis 55 m ausläuft. Die Straße eignet sich sehr gut zur Anfängerausbildung und davon wird von vielen Tauchschulen aus der Umgebung Gebrauch gemacht. An den Wochenenden ist die Sicht deshalb meistens erst ab 20 m besser. Dieser Tauchplatz befindet sich an der Südseite und liegt bis auf morgens und abends immer im Schatten.
Förderbänder
Parallel zur Straße verlaufen alte Gestelle von Förderbändern. Auf diesen Bändern wurde damals die Kreide vom Rüttler zur Fabrik transportiert. Überall im See liegen heute noch Reste von alten Förderbändern, die von den Fischen gerne als Unterschlupf benutzt werden. Ein Förderband führte damals direkt in den Gang des Rüttlers, um die von Steinen getrennte Kreide zur Fabrik zu transportieren. Nachdem der Abbau eingestellt wurde, hat man die Förderanlagen demontiert.
Betonschüttsilos
Es handelt sich um ca. 1,5m x 2m große Gestelle, die häufig auf Großbaustellen, unter Kränen, zum Betonieren auf Hochhäusern benutzt werden. Ursprünglich lagen zwei "Betonbomben" in 45 m Tiefe, unterhalb des Steilhanges, neben der Fischzucht. Um auch Tauchanfängern die Möglichkeit zu bieten die Betonbomben zu Betauchen, wurde ein Schüttsilo 1996 gehoben und in 23 m Tiefe aufrecht neben die Straße gestellt. Die Schüttsilos sind mit Bojen gekenzeichnet.
Pkw 1
Bei dem Pkw handelt es sich um einen metallicblauen Mitsubishi, der selten auf der gleichen Tiefe liegt. Früher lag er auf 25 m Tiefe, wurde dann auf 15 m gehoben und anschließend von randalierenden Tauchern wieder den Abhang runtergeschoben. Das Auto war damals ohne Motor, Bremsleitungen, Tank usw., allerdings noch richtig heil. Mittlerweile ist der Pkw jedoch leider total demoliert und verdient den Namen "Wrack" Nach der Laichzeit finden manchmal kleine Fischschwärme hier Unterschlupf. Der Pkw liegt auf der Südseite und ist ein Objekt, welches man morgens am schönsten Betauchen kann.
Pkw 2
Bei dem zweiten Pkw handelt es sich um einen VW Polo, der zur Zeit auf ca. 10 m Tiefe liegt. Momentan steht er auf der Pflasterstraße und sieht schon ziemlich demoliert aus. Erst vor kurzer Zeit hatten einige randalierende Taucher den Polo den Steilhang runterschoben. Am leichtesten ist der Polo von einstieg 1 zu betauchen.
Rüttler
Am Ende der Pflasterstraße steht in 32 m Tiefe der Rüttler. Es handelt sich um ein 12 m hohes Betongebäude mit angrenzender Brücke und unterirdischen Gängen. Im Rüttler wurde damals die Kreide von Flintsteinen getrennt, die von drei großen Tagebau-LKW´s herangeschafft wurde. Durch die unterirdischen Gänge wurde die Kreide entlang der Straße zur Fabrik befördert. In einem Gang hatte der Meister seine Bude, in der noch heute der Ofen und eine Pritsche steht. Im hinteren Bereich stehen noch Werkzeugbänke, Schränke und auf dem Boden liegen verstreut Ersatzteile. Die Gänge sind 1996 von einer Tauchfirma verschlossen worden. Innerhalb des Rüttlers haben sich heute zwei große Luftblasen gebildet, in denen man sich unterhalten kann. Es dauert in dieser Tiefe jedoch ziemlich lange das Jacket per Inflator zu füllen, so daß es eventuell zur Eisbildung im Lungenautomat kommen kann !!! Wer sich unterhalten möchte, muß sehr leise und langsam sprechen, da es sehr stark halt. Die Luft in der Blase eignet sich auch nur zum kurzfristigen Aufenthalt !!! Die Brücke diente damals den LKW´s als Auffahrt um die Kreide in den Trichter zu kippen. Unterhalb des Trichters befand sich früher der eigentliche Rüttler, der allerdings abmontiert wurde, bevor die Pumpen abgestellt wurden. Direkt am Steilhang vor dem Rüttler befinden sich ab 43 m Wassertiefe große Holztreppen die früher zu der in 120 m Tiefe gelegenen Pumpstation führten. Die beste Tauchzeit ist in der Regel früh morgens, da die Sicht meistens noch nicht eingetrübt ist. Morgens und Abends scheint die Sonne zum Rüttler und erhellt diesen Bereich ganz erheblich, zur Mittagszeit ist es hier immer schattig und düster.
Die oben angesprochene Pumpstation steht heute noch unter dem Seegrund. Das Wasser strömte aus Quellen in die Grube und wurde zur Fabrik hochgepumpt, wo es zur Zement- und Klinkerproduktion benötigt wurde. Überschüssiges Wasser wurde über kleine Kanäle zur Oste gepumpt. Die Pumpstation wurde verschüttet, nachdem eine Abraumhalde am Westhang noch während der Abbauzeit in den See rutschte. Dieser Abraum flachte den Seegrund auf die heutigen 60 m ab. Zwischen 55 - 60 m ist der Seegrund heute flach wie ein Fußballfeld und es befinden sich keine interessanten Tauchobjekte hier. Der Westhang hat aus diesem Grund keinen Steilhang, sondern verläuft mit vielen Kerben sachte bis zum Seegrund. Hier befinden sich noch einige Relikte von der Zementfabrik, die bei der Sprengung ins Wasser gerollt sind.
Wald
Unterhalb der Mühle befindet sich in einer Tiefe von 35 - 55 m ein alter Wald mit ca. 10 m hohen Bäumen. Die Bäume stehen direkt am Steilhang und sind mit einer weißen Kalkschicht überzogen. Es ist darauf zu achten, ausreichend Abstand zu halten, da die Äste sehr leicht abbrechen und der Wald so bald nur noch aus kahlen Stämmen bestehen würde. Wird an den Stämmen entlang getaucht, ist mit Eintrübung der Sicht zu rechnen, da die feine Kalkschicht von den Ästen fällt. Am schönsten ist es mit ausreichend Abstand über die Baumwipfel zu gleiten. Um die Mittagszeit herrschen hier die besten Lichtverhältnisse. Die Strecke von Einstieg 5 beträgt ungefähr 200 m.
Steilhang Nordufer
Am Nordufer befindet sich ein Steilhang von 1 - 35 m, der nahezu senkrecht verläuft. Ab 35 m fällt er noch bis auf ca. 55 m relativ steil ab. Hier befinden sich vereinzelt kleine Büsche und einige Kleinigkeiten, die wahrscheinlich schon fast 100 Jahre dort liegen. Unterhalb der Spundwand befindet sich mittlerweile auch viel Müll aus heutiger Zeit, der einfach über den Zaun geworfen wurde. Im Steilhang selber befinden sich einige kleine "Höhlen", nicht größer als 2 - 3 qm. Man sollte den Kopf nicht zu weit hineinstecken, da sofort Gestein herunterfällt, wenn die Blasen aufsteigen. In einigen ganz kleinen Höhlen haben armdicke Aale Unterschlupf gefunden. Stellenweise befinden sich am Steilhang einige Überhänge, die ganz imposant wirken, wenn man einen Aufstieg direkt an der Steilwand vornimmt. Der Tauchplatz befindet sich am Nordufer und liegt den ganzen Tag in der Sonne. Wegen der großen Tiefe sind Anfänger hier am falschen Platz. Da man hier nie den Grund unter sich sieht, hat dieser Tauchplatz auch für Fortgeschrittene etwas Besonderes.
Bootswrack 1
Am Einstieg 5 liegt ein Motorkajütboot, welches gleich nach der ersten Fahrt gesunken ist. Es hat eine Länge von ca. 7m und eine kleine Kajüte, die allerdings nicht betauchbar ist. Es liegt auf der Steuerbordseite in einer Tiefe von 27m und ist über eine Bojenseil zu erreichen.
Bootswrack 2
Am Einstieg 4 liegt jedenfalls ein ca. 8 Meter langes Sportboot mit Kabine, welches extra für Tauchanfänger auf ca. 15 Meter versenkt worden ist. Das Wrack ist über ein Bojenseil zu erreichen und ziemlich leicht betauchbar. Es liegt ca. 20 Meter neben dem alten Wohnwagen.
Wohnwagen 1
Bei dem Wohnwagen handelt es sich um den ehemaligen Wachwagen der DLRG, der bei starken Herbststürmen ins den Kreidesee kippte. Anfangs schwamm der Wohnwagen für kurze Zeit an der Oberfläche, da er größtenteils ja aus Holz besteht. Nachdem eine Bergung zu aufwendig und kostspielig war, versank der Wohnwagen dann in 25 m Wassertiefe. Die komplette Ausstattung der Wachmannschaft ging damals auch verloren. Heute liegen allerdings nur noch vereinzelt einige Gegenstände an der Unglücksstelle unterhalb des Ufers. Da der Wohnwagen schon relativ grün geworden ist, malen viele Taucher ihre Namen drauf, was allerdings die gespenstische Atmosphäre zerstört. Da die Tür ziemlich eng ist, sollte man nur durch die Fenster gucken. Hierbei wird in der Regel jedoch sehr viel Sediment aufgewirbelt, da man sich fast hinknien muß. Beim Wohnwagen kann man eigentlich immer tauchen, da die Sonne von allen Seiten einwirken kann.
Wohnwagen 2
In einer Nacht und Nebelaktion hat ein Taucher versucht 3 Wohnwagen zu versenken. Einer davon wurde so stark beschädigt, das nur die Bodenplatte versunken ist. Der zweite Wohnwagen ist auf 38 Meter versunken und
für erfahrene Taucher gut betauchbar, allerdings ist er nicht mit einem Bojenseil gekennzeichnet. Er liegt etwa 20 Meter nördlich vom Wohnwagen 1 entfehrnt.
Ein weiterer Wohnwagen konnte komplett geborgen werden.
Stahlmatten
Bei den Stahlmatten handelt es sich mehr um große Maschendrahtzäune, die früher zur Befestigung des Steilhanges montiert wurden. Sie befinden sich nämlich oberhalb der Zufahrt zur Rüttlerbrücke und verhinderten
damals den Steinschlag auf Personen und die Gruben-Lkw´s. Mittlerweile sind sie so stark verrostet, daß sie bald zum Grund fallen. Stellenweise hängen sie 1 m vom Ufer entfernt und man könnte zwischen Ufer und Matten
hindurchtauchen, wenn es nicht so gefährlich wäre. Es fällt dabei sehr viel Sediment herunter und man kann sich auch sehr leicht verfangen. Vereinzelt haben hier größere Fische Unterschlupf gefunden.
Die beste Tauchzeit ist am
Morgen, da hier sonst die Sonne nicht hinkommt.
Versorgungsleitungen
Es handelt sich um zwei Rohre, durch die damals Elektroleitungen zur Pumpstation liefen. Stellenweise sind sie im Hang eingegraben, tauchen dann weiter unten jedoch wieder auf. An der tiefsten Stelle, über 50 m ,
laufen sie in den Seeboden. Es ist schon eine komische Vorstellung, daß sie dann noch weitere
50 m tiefer laufen. Im See befinden sich an ganz vielen Stellen noch Relikte aus der Abbauzeit, auf die man allerdings meistens nur
dann stößt, wenn man ohne Ziel durch den See taucht. Besonders im hinteren neuen und flacheren Teil ist dies der Fall. Es sind dort Ölfässer, Kabelrollen von 2,5 m Durchmesse, Leitungen, Holzgestelle, Mülltonnen, große Sackkarren,
Mauerreste von kleinen Trafohäuschen und Schuppen, Schilder, Schaufeln usw. zu finden. Selbst alte Straßenschilder stehen im See, allerdings weiß keiner so genau den Ursprung. Entlang des Nordufer befinden sich im Flachwasser alte
Rohrleitungen und Meßschächte. Auch eine alte große Holztreppe befindet sich unterhalb der Kirche, allerdings ist sie vor einiger Zeit abgerutscht. Sie wurde danach noch mal auf 20 m Tiefe gesichtet, da sie eine kleine Plastikboje
mit heruntergezogen hat, ist sie in Vergessenheit geraten. Diese Ecke des See ist auch nur schwimmend zu erreichen. Die Entfernung vom Rüttler beträgt ungefähr 400 m. An diesen Stellen hat man in der Regel gute Sichtweiten, da hier
kaum getaucht wird.









